Die Botschaften der Kampagnen der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. kommen bei der Bevölkerung an. Das zeigen die Ergebnisse der vierten Erhebung, die Infratest im Auftrag dieser beiden Organisationen durchführte. Mit den vier Befragungen in den letzten 13 Jahren konnten die erfolgreichen Kampagnen über einen langen Zeitraum wissenschaftlich begleitet und dokumentiert werden. Diese Tatsache zeichnet die Kampagnen ebenso aus, wie die vielen nationalen und internationalen Preise.
In den neuesten Untersuchungsergebnissen spiegelt sich wider, was die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. und die Deutsche Krebshilfe seit Jahren kommunizieren: Hautkrebsprävention ist ganz einfach und bedeutet, im Gegensatz zu vielen anderen Präventionsmaßnahmen, nicht in erster Linie Verzicht. Hier kommt es vielmehr auf das "Gewusst wie" an. So setzen sich zwar mehr Menschen zur Bräunung der Haut gezielt der UV-Strahlung aus, doch werden die empfohlenen Schutzmaßnahmen genutzt und dadurch der potentzielle Schaden minimiert. Um langfristig weitere einschneidende Verhaltensveränderungen herbeiführen zu können, wird das im letzten Jahr gestartete "Kind & Sonne-Lebensphasenprogramm" in diesem Sommer fortgesetzt.
Kleidung ist der meistgenutzte Sonnenschutz!
73 % der Gesamtbevölkerung folgen dieser Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. 62 % der Menschen meiden die Sonne in der Mittagszeit und fast ebenso viele verwenden Sonnenschutzmittel. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sonnenbadende ein Sonnenschutzmittel benutzen, hat sich in den letzten 13 Jahren fast verdoppelt. Mehr als die Hälfte, nämlich 56 % aller Befragten, halten sich zum Schutz im Schatten auf bzw. tragen eine Sonnenbrille. So die Ergebnisse der neuen Studie, die Infratest im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. durchführte. Daraus geht auch hervor, dass die Anzahl der Menschen, die einen Sonnenbrand vermeiden, steigt. Auf die Frage: "Bekommen Sie einen Sonnenbrand?" antworteten 1989 noch 25,9 % aller Befragten mit "häufig/immer" während es 2002 nur noch 17,2 % waren.
Es bleibt dabei: Frauen schützen sich besser!
Frauen zeigen ein problembewussteres Verhalten als die Männer, wenn es um den UV-Schutz geht. So liegt der Anteil der Frauen, die ein Sonnenschutzmittel verwenden (71,5 %) weit über dem der Männer (49,1 %). Und 64,7 % der Frauen halten sich im Schatten auf, dagegen nur 46,5 % der Männer. Sonnenbrillen werden von 62,0 % der Frauen getragen, während nur 49,1 % der Männer dieses schützende Accessoire nutzen. Sie tragen allerdings etwas häufiger eine Kopfbedeckung als die Frauen. Diesen Sonnenschutz halten jedoch leider nur die wenigsten Befragten (20,9 %) für erforderlich.
Die persönliche UV-Schutz-Strategie hängt vom Alter ab (und bei den Kindern von den Erwachsenen)
Grundsätzlich präferiert jede Altersgruppe eine spezifische UV-Schutz-Strategie. Vereinfacht lässt sich feststellen, dass ältere Menschen überwiegend die Sonne meiden, sich mehr im Schatten aufhalten bzw. sich durch das Tragen einer Kopfbedeckung schützen. Jüngere Menschen bevorzugen hingegen das Auftragen von Sonnenschutzmitteln mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (> 19) und die Verwendung von Sonnenbrillen.
Anteil der Befragten in Prozent, die angeben, die jeweilige Sonnenschutzmaßnahme "immer"/"meistens" anzuwenden
immer/ meistens in % | Mittagssonne meiden | Sonnencreme verwenden | Kleidung tragen | Kopfbedeckung tragen | Sonnenbrille tragen | Im Schatten aufhalten |
| 18-29 30-59 60+ | 48,2 62,1 67,9 | 67,9 64,6 51,1 | 71,7 71,2 78,1 | 15,8 17,8 28,8 | 61,2 57,5 50,9 | 38,5 54,2 69,3 |
Männlich Weiblich | 50,9 71,0 | 49,1 71,5 | 70,3 76,0 | 21,5 20,2 | 49,1 62,0 | 46,5 64,7 |
| Gesamt | 61,7 | 61,1 | 73,3 | 20,9 | 56,0 | 56,3 |
NFO Infratest "Hautkrebs 2002"
Bei den Kindern sind die Erwachsenen gefordert, für den richtigen Sonnenschutz zu sorgen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Internationale Experten sind sich einig: Ein in der frühen Kindheit erlerntes Sozialverhalten wird auch im späteren Alter umgesetzt.
Braune Haut gilt noch immer als gesund
Gegen eine leichte Bräune und den Sonnengenuss ist nichts einzuwenden, wenn die 10 Sonnenregeln befolgt werden. Auch dieser Hinweis der Arbeitsgemeinschaft Dermatlogische Prävention (ADP) e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. ist in den Untersuchungsergebnissen wiederzufinden. So hat sich der Anteil der Bevölkerung, der mit "gesunder Haut" eine "braune Haut" assoziiert, in den letzten zehn Jahren folgerichtig nach oben bewegt. 44 % der Befragten (Männer: 58 %, Frauen: 32 %) antworteten auf die offene Frage, wie ihrer Meinung nach eine Haut mit gesunder Hautfarbe aussehe, mit "leicht braun" oder "braun". Diese Entwicklung schlägt sich auch darin nieder, dass sich immer mehr Menschen zur Bräunung der Haut gezielt der UV-Strahlung aussetzen. Die Anzahl dieser Personen hat 2002 ihren Höchstwert erreicht. Dabei ist die Bräunungsexposition sehr stark altersabhängig, bei den Frauen noch mehr als bei den Männern. Das Bräunungsverhalten geht jedoch, wie zuvor beschrieben, mit einem bewussten Sonnenschutzverhalten einher. Sonnenexposition in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht
| | 18-29 | Jahre | 30-59 | Jahre | 60+ | Jahre |
| | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer |
| t0 (1989) | 72 % | 65 % | 50 % | 50 % | 13 % | 21 % |
| t3 (2002) | 75 % | 69 % | 60 % | 60 % | 33 % | 43 % |
NFO Infratest "Hautkrebs 2002": Neben den soziodemografischen Faktoren spielt hier ein verändertes Freizeitverhalten (Urlaubsreisen, Solariumbesuche) eine Rolle. Der Anteil der Solariumbesucher steigt kontinuierlich. Dieser Umstand ist dadurch zu erklären, dass die Solarienbräune immer noch als eine gesündere angesehen wird. Dabei sind es deutlich häufiger Frauen (16,4 %) als Männer (11,8 %). Am stärksten ist die Solariumnutzung bei den jungen Frauen gestiegen, und zwar von einem bereits hohen Ausgangswert von 30 % (1989) auf 45 %.
Bekanntheit verschiedener Hautkrebsformen
Auf die offene Frage, welche unterschiedlichen Formen von Hautkrebs bekannt seien, gaben 22,6 % der Befragten "Schwarzer Hautkrebs" und 22,4 % den dafür synonymen Begriff "Malignes Melanom" an. Mit 2,6 % spontanen Nennungen kam die Antwort "Basaliom" (Basalzellkarzinom) schon an dritter Stelle. Alle übrigen Hautkrebsformen wurden jeweils von weniger als einem Prozent der Befragten genannt.
Anders als das Maligne Melanom führen Hautkrebsarten wie das Basalzellkarzinom oder der Stachelzellkrebs zwar selten zum Tod, doch neben dem persönlichen Leid der Betroffenen verursachen sie sehr hohe Kosten im Gesundheitssystem. Dies zeigen z. B. Untersuchungen aus Australien. Dort stehen diese beiden Hautkrebse in einer Kostenrangliste noch vor dem Darm- und Brustkrebs an erster Stelle.
Hamburg, 4. Juni 2003
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Sigrid Altdorf, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.,
Cremon 11, 20457 Hamburg,
Telefon: 040 209130-134, Fax: 040 209130-161, E-Mail:
info@unserehaut.de Dr. Eva Kalbheim, Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstzraße 32, 53113 Bonn,
Telefon: 0228 72990-270, Fax: 0228 72990-11, E-Mail:
Kalbheim@krebshilfe.de