20.04.2010
|
Hintergrundinformation: Das Hautkrebs-Screening in Zahlen
HINTERGRUNDINFORMATION
Das Hautkrebs-Screening in Zahlen
Neuerkrankungszahlen
Hautkrebs ist die weltweit am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Etwa jeder Achte (jeder siebte Mann und jede neunte Frau) erkrankt hierzulande bis zum Alter von 75 Jahren an Hautkrebs. Die Tendenz ist steigend – in der Bundesrepublik und auch weltweit.
Nach aktuellen Hochrechnungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) auf Basis der dokumentierten Hautkrebs-Inzidenz im Jahr 2007 erkranken in Deutschland jährlich etwa 195.000 Menschen neu an Hautkrebs. Für die Hochrechnung wurden die altersspezifischen Inzidenzen aus Schleswig-Holstein für die einzelnen Hautkrebsformen auf die bundesdeutsche Bevölkerung für Männer und Frauen hochgerechnet.
Insgesamt erkranken rund 24.000 Menschen an einem bösartigen ‚schwarzen Hautkrebs‘, dem Malignen Melanom (‚in situ‘ und invasive Formen zusammengerechnet). Hinzu kommen die weitaus häufigeren Neuerkrankungen an ‚weißem Hautkrebs‘, mit knapp 117.000 Neuerkrankungen an Basalzellkarzinomen und rund 54.000 an Spinozellulären Karzinomen.
Häufig werden in der Gesundheitsberichterstattung nur invasiv wachsende bösartige Neubil-dungen gezählt. Hierbei handelt es sich um Tumoren, die die Basalmembran der Haut bereits durchbrochen haben und somit Tochtergeschwülste ausbilden können. Oberflächlich wachsende Tumoren, die nur auf die Epidermis, also die oberste Hautschicht, begrenzt sind und die Basalmembran noch nicht durchbrochen haben, werden als ‚in situ‘-Karzinome bezeichnet. Diese können aber in eine tiefere Hautschicht weiterwachsen und invasiv werden. Daher sind auch sie behandlungsbedürftig.
| Art | Gesamt | Männer | Frauen |
| Malignes Melanom, invasiv | 15.553 | 7.329 | 8.225 |
| Malignes Melanom, in situ | 8.657 | 3.553 | 5.103 |
| Malignes Melanom, gesamt | 24.210 | 10.882 | 13.328 |
| Basalzellkarzinom | 116.875 | 58.241 | 58.634 |
| Spinozelluläres Karzinom, invasiv | 30.162 | 16.714 | 13.448 |
| Spinozelluläres Karzinom, in situ | 23.851 | 10.937 | 12.914 |
| Spinozelluläres Karzinom, gesamt | 54.013 | 27.651 | 26.362 |
| Hautkrebs gesamt | 195.099 | 96.774 | 98.325 |
Abb. 1: Hautkrebsneuerkrankungen in Deutschland (Hochrechnung auf Basis der Hautkrebsinzidenz 2007 in Schleswig-Holstein [Datenquelle: Krebsregister Schleswig-Holstein])
|
Teilnahmezahlen am Hautkrebs-Screening
Als Reaktion auf die steigenden Hautkrebs-Erkrankungszahlen hat Deutschland 2008 als erstes Land weltweit eine flächendeckend organisierte, standardisierte Hautkrebs-Früherkennung eingeführt. Alle gesetzlich Versicherten ab dem Alter von 35 Jahren (rund 44 Millionen Bürgerinnen und Bürger) haben alle zwei Jahre Anspruch auf diese qualitätsgesicherte kostenlose Hautkrebsuntersuchung. Die Untersuchung ist wohnortnah möglich, da sich rund 38.000 Ärzte dafür qualifiziert haben. Hierbei bilden die Hausärzte die größte Gruppe, hinzu kommen rund 3.000 Dermatologen.
| Bundesland | Fortgebildete Ärzte |
| Baden-Württemberg | 5.526 |
| Bayern | 6.882 |
| Berlin | 1.419 |
| Brandenburg | 900 |
| Bremen | 346 |
| Hamburg | 772 |
| Hessen | 2.878 |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Angaben |
| Niedersachsen | 3.656 |
| Nordrhein | 4.125 |
| Rheinland-Pfalz | 1.742 |
| Saarland | 499 |
| Sachsen | 1.869 |
| Sachsen-Anhalt | 1.015 |
| Schleswig-Holstein | 1.611 |
| Thüringen | 750 |
| Westfalen-Lippe | 3.699 |
| gesamt | 37.689 |
Abb. 2: Anzahl der Ärzte, die sich für das Hautkrebs-Screening qualifiziert haben.
Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen; Stand: November 2009
|
In den Quartalen 3/2008 und 4/2008 haben rund 3,3 Millionen Versicherte an der Früherkennungsuntersuchung teilgenommen. Das sind nach Hochrechnungen bis heute (Ende des 2. Quartals im April 2010) rund 11 Millionen Versicherte. Hochgerechnet auf zwei Jahre (Anspruchsberechtigung alle zwei Jahre) kann man davon ausgehen, dass ein Drittel der Anspruchsberechtigten das Screening nutzen – das sind rund 13 Millionen Versicherte, also ca. 30 Prozent.
| | Quartal 3/2008 | Quartal 4/2008 |
| Allgemeinmediziner | 655.678 | 1.005.766 |
| Hautärzte | 741.737 | 756.869 |
| Einrichtungen nach § 311 SGB V, (Med. Versorgungszentren o.ä.) | 46.110 | 50.687 |
| weitere | 2.385 | 2.860 |
| gesamt | 1.445.910 | 1.816.182 |
Abb. 3: Abrechnungshäufigkeiten des Hautkrebs-Screenings in den Quartalen 3 und 4/2008. Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stand: November 2009
|
Ergebnisse der Online Umfrage zum „Hautkrebs-Screeening“
Vom 2. Februar bis zum 15. April 2010 konnten Teilnehmer des Hautkrebs-Screenings unter www.hautkrebs-screening.de ihre Erfahrungen mit dieser Untersuchung online dokumentieren. Die Umfrage wurde zuvor umfangreich getestet und die Fragen von einem wissenschaft-lichen Institut überprüft. ADP und Deutsche Krebshilfe haben durch Pressemitteilungen und Newsletter auf die Umfrage aufmerksam gemacht. Diese richtete sich an Versicherte, die bereits an der Früherkennungsuntersuchung teilgenommen haben. Die Teilnahme war freiwillig und anonym, auch eine Mehrfachteilnahme wurde nicht ausgeschlossen. Somit ist die Umfrage nicht repräsentativ. Vielmehr ergibt sich aus der Umfrage ein Stimmungsbild, wie die Bevölkerung das Screening annimmt und wo in Einzelfällen Verbesserungen nötig sind.
Teilgenommen haben 533 Personen, davon 47 Prozent Männer und 53 Prozent Frauen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage lassen sich aber nicht auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen